W4 Marketingblatt

MARKETINGBLATT

    Responsives Design: "Mobile First" vs. "Mobile Only"


    Heute wird keine Webseite nur noch in der Desktop-Variante erstellt. Webdesigner wissen spätestens seit dem Prozess der globalen Digitalisierung und dem stetigen Wandel der Internetnutzung, dass eine mobile Version zwingend notwendig ist. Mobile Endgeräte, wie Smartphones und Tablets, sind häufiger im Gebrauch denn je. Kunden erwarten, vollfunktionale Webseiten und Onlineshops auf diesen Geräten nutzen zu können. Bei der Priorisierung von mobilen Endgeräten schwankte der Fokus in den letzten Jahren zwischen „Mobile First“ und „Mobile Only“. Das hat einen Grund: Beide Varianten sind notwendig, eignen sich jedoch je nach Kontext und Funktionsabhängigkeit unterschiedlich gut.

    Der Kontext bestimmt den Fokus

    Inzwischen lässt sich eines mit Sicherheit sagen: Die Priorisierung von Endgeräten richtet sich heute vor allem nach dem Nutzungskontext. Ist ein Text zu schreiben, der eine gewisse Zeichenanzahl bzw. Textlänge überschreitet, wird dieser meist am Desktop verfasst, da es komfortabler ist. Möchte man schnell ein Foto bearbeiten, um es in einem sozialen Netzwerk zu posten, geht es mithilfe einer passenden Smartphone-App eindeutig schneller, als auf stationären Endgeräten. Auch ist der Ort oft entscheidend dafür, welches digitale Endgerät genutzt wird: Befindet man sich auf dem Heimweg von der Arbeit und wartet am Bahnsteig auf den Zug, so ist das Smartphone die passende Wahl, um sich die Zeit zu vertreiben. Wer eine lange Flugreise antritt, schaut einen Film vielleicht lieber auf einem grösseren Display und verwendet deshalb ein Tablet. Der Wechsel zwischen mobilen Geräten findet somit regelmässig statt: Manche Serviceleistungen schätzen wir eher auf Smartphones, andere vielleicht doch eher auf dem heimischen PC. Fakt ist, dass der jeweilige situative Kontext ausschlaggebend dafür ist, welches Endgerät benutzt wird.

    Mobile First

    Mit der Verbreitung von leistungsfähigen Smartphones schien die Lage klar zu sein: Das Webdesign entwickelte sich zu responsivem Design und Mobile First. Onlineshops und auch Webseiten haben ihr Konzept vermehrt auf mobile Versionen erweitert. Der neue Denkansatz im Webdesign beschreibt im Grunde eine Priorisierung. Die Darstellung auf mobilen Geräten erhält dabei höchste Priorität bei der Webentwicklung. Die Desktop-Version wird zwar zusätzlich umgesetzt, gerät aber bei der Priorisierung in den Hintergrund. Die Entwickler sind hierbei mit besonderen Anforderungen konfrontiert: Sie müssen nun zuerst ein kompatibles mobiles Design entwickeln, bei dem es z. B. auf kurze Ladezeiten der Webseiten ankommt. Denn unterwegs zählt jedes Byte. Sie müssen sich bei der Darstellung auf das Wesentlichen konzentrieren und können sich nicht an bereits bestehenden Webseiten orientieren. Da das mobile Internet in den vergangenen Jahren an grosser Bedeutung gewann, wurden Webseiten zuerst für die kleinen Endgeräte optimiert, ehe man sich der Optimierung für Desktop-Geräte widmete. Grundsätzlich ist das eine plausible Vorgehensweise, da viele Nutzer mobile Endgeräte favorisieren. Um die Erwartungen dieser bedeutsam großen Zielgruppe zu erfüllen, lohnt es sich daher, im ersten Schritt die mobile Variante zu planen und sich erst im zweiten Schritt an die Anpassung für Desktop-Nutzer zu machen.

    Mobile Only

    Die aktuellen Zahlen des Internetverkehrs zeigen, dass Internetnutzer heute rund 60 % ihrer Onlinezeit in Apps und mobilen Browsern verbringen – überwiegend in Onlineshop-Apps. Die Befragten schätzen die Mobile Devices heute als wichtigste Ressource für Kaufentscheidungen ein. Die Mehrheit – dazu zählt auch die Generation Millennials, die immer stärker zur wichtigsten Käufergruppe zählt – nutzt heute das Smartphone, um nach Produkten zu suchen und um eine Kaufentscheidung zu fällen. Einige Unternehmen, wie Snapchat und musical.ly, haben den Trend erkannt und konzipieren Anwendungen, die ausschliesslich auf mobilen Geräten funktionieren. „Mobile Only“-Lösungen werden anders als „Mobile First“-Lösungen daher erst gar nicht für größere Endgeräte, wie Laptop oder PC, umgesetzt. Eine besondere Herausforderung stellen hierbei die Funktionen der Apps dar. Sie müssen den Erwartungen, die Nutzer an Onlineshops haben, gerecht werden und dabei vollständig nutzerorientiert, schnell, übersichtlich und verkaufsorientiert sein. Die Customer Journey muss hier von den Entwicklern neu konzipiert werden, um die speziellen Anforderungen und die Bedürfnisse der mobilen Einkäufer zu befriedigen.

    Die Zukunft bleibt mobil

    Ob „Mobile First“ oder „Mobile Only“ - eines ist klar: Die Entwicklung des zeitgenössischen Kaufverhaltens beeinflusst die Konzeption und Umsetzung von E-Commerce-Plattformen.Welche Strategie von Unternehmen angewandt wird, hängt letztendlich von Kontext und Funktion ab. Beide Varianten ergeben je nach Zielgruppe und Produkt Sinn und müssen individuell bestimmt werden. So sollten sich Onlineshops beispielsweise binär aufstellen, also sowohl eine mobile Version als auch eine Desktop-Version erarbeiten, um dem zeitgenössischen Kaufverhalten (nämlich mobil nach Produkten suchen und am Desktop den Kauf abwickeln) zu entsprechen. „Mobile Only“ macht Sinn, wenn Nutzer gar nicht auf ein stationäres Endgerät zugreifen können, beispielsweise in Schwellenländern oder im Außendienst. Je nach Geschäftsmodell kann also „Mobile Only“ als auch „Mobile First“ funktionieren, jedoch sollten Unternehmen den Anschluss an den mobilen Internetverkehr nicht verlieren und somit keinesfalls auf eine Lösung für mobile Endgeräte verzichten.

    Tags: Customer Experience Management Mobile Marketing

    0 Kommentare
    Nächster Post Corporate Blog: Darum sollten Unternehmen bloggen
    Letzter Post SEO-Optimierung nach psychologischen Erkenntnissen